Wie viel CBD ist die richtige Menge für dich? Eine ehrliche Anleitung

"Wie viel CBD soll ich nehmen?" Diese Frage höre ich in der Beratung fast täglich. Und ehrlich gesagt: es gibt keine einzige richtige Antwort. Jedenfalls keine, die für alle gilt.

Das macht es für viele frustrierend. Wir sind es gewohnt, dass auf der Verpackung steht "zweimal täglich eine Tablette, eine Stunde vor dem Essen". Bei CBD funktioniert das nicht so. Und ich glaube, das ist auch der Hauptgrund, warum manche das Öl nach zwei Wochen weglegen und sagen "bei mir wirkt es nicht". Sie haben einfach die falsche Menge zu früh aufgegeben.

Heute möchte ich dir zeigen, wie du deine eigene Dosis findest. Keine Standard-Empfehlung, sondern eine Methode, die in der Forschung etabliert ist und in meiner Beratung tatsächlich funktioniert.

Das Wichtigste in Kürze

  • Es gibt keine universelle CBD-Dosis. Was für dich richtig ist, hängt von deinem Körper, deinem Ziel und deinem Endocannabinoid-System ab.
  • In klinischen Studien wurde CBD in einer großen Bandbreite eingesetzt, von wenigen Milligramm bis zu mehreren hundert pro Tag. Im Alltag sind viele Menschen mit deutlich weniger gut bedient.
  • Die Methode der Wahl heißt "Start Low, Go Slow": niedrig anfangen, langsam steigern, Wirkung beobachten.
  • CBD wirkt nicht sofort. Plane mindestens zwei bis drei Wochen ein, bis sich etwas zeigen kann.
  • Wenn du andere Medikamente nimmst, gehört das Thema einmal kurz mit dem Arzt oder Apotheker besprochen.

Warum es keine Standard-Dosis gibt

Eine Sache vorweg, die mir in der Beratung wichtig ist: Wenn dir jemand sagt "Nimm 20 Milligramm CBD und alles wird gut", dann nimm das nicht ernst. Egal ob das ein Verkäufer, ein Influencer oder ein wohlmeinender Bekannter ist. CBD funktioniert anders.

Das hat mehrere Gründe. CBD wirkt über das Endocannabinoid-System, und dieses System ist bei jedem Menschen ein bisschen anders aufgestellt. Die einen haben mehr Rezeptoren, die anderen weniger, manche bauen CBD schneller ab, andere langsamer. Dazu kommen Körpergewicht, Stoffwechsel, hormoneller Status, Lebensstil und das eigentliche Ziel: jemand, der gegen einzelne Stress-Spitzen tagsüber CBD nimmt, braucht eine andere Menge als jemand, der chronische Schmerzen begleiten möchte.

Eine große Übersichtsarbeit aus 2020 hat 25 klinische Studien zu CBD bei Erwachsenen ausgewertet. Die untersuchten Dosen lagen weit auseinander, zwischen wenigen Milligramm und mehreren hundert. Und auch innerhalb der Studien gab es große Unterschiede in der Wirksamkeit zwischen den Teilnehmern. Was die Studie aber klar gezeigt hat: CBD wird auch in höheren Dosen meist gut vertragen [1].

Die Methode: Start Low, Go Slow

In der Forschung und in der Praxis hat sich eine Methode durchgesetzt, die "Start Low, Go Slow" heißt. Auf Deutsch: niedrig anfangen, langsam steigern. Das klingt simpel, aber es ist tatsächlich der ehrlichste und sicherste Weg, deine persönliche Dosis zu finden.

So gehe ich in der Beratung vor:

Phase 1: Einschleichphase, die ersten sechs Tage. Du startest mit einer kleinen Menge. Bei einem 5- oder 10-prozentigen Öl sind das oft zwei bis drei Tropfen, ein- oder zweimal am Tag. Diese Menge ist bewusst klein, damit sich der Körper an den Wirkstoff gewöhnen kann. Wichtig: in dieser Phase noch nicht „die Wirkung erwarten". Es geht darum, dass der Körper das System langsam hochfährt. Nach genau diesem Prinzip ist auch die sechstägige Einschleichphase in unserer CBD-Selbststudie aufgebaut, falls du dem Ganzen einen festen Rahmen geben möchtest.

Phase 2: Steigerung, eine bis zwei Wochen. Alle paar Tage erhöhst du die Menge schrittweise, zum Beispiel um einen Tropfen pro Anwendung. Du beobachtest dabei, wie du dich fühlst. Schlaf, Stimmung, Stress, körperliches Wohlgefühl. Schreib das ruhig auf, am besten kurz jeden Abend. Das ist nicht spießig, das ist einfach hilfreich.

Phase 3: Einpendeln, ab Woche drei. Du findest eine Menge, bei der du eine Veränderung merkst. Manchmal ist das eine ruhigere Stimmung, manchmal besserer Schlaf, manchmal weniger Anspannung. Diese Menge ist dann deine persönliche Dosis. Mehr bringt oft nicht mehr, sondern weniger. Bei CBD wird ein sogenanntes „biphasisches Wirkprofil" beschrieben. In Studien zeigte sich teils, dass kleine bis mittlere Mengen anders wirken können als sehr hohe, bei denen die Wirkung abflachen oder ins Gegenteil umschlagen kann.

In welchem Bereich liegen die Mengen typischerweise

Auch wenn jeder anders ist, gebe ich dir einen ehrlichen Rahmen, damit du nicht ganz im Dunkeln tappst. In klinischen Studien wurde CBD bei Erwachsenen in einer Bandbreite zwischen rund 10 und 300 Milligramm pro Tag eingesetzt [1]. Diese Spanne ist sehr breit, weil die Studien sehr unterschiedliche Ziele hatten.

Was ich in der Beratung sehe:

  • Für die allgemeine Balance am Tag kommen viele mit niedrigen Mengen aus, oft im Bereich von etwa 10 bis 30 Milligramm pro Tag.
  • Für die abendliche Anwendung landen viele in einem mittleren Bereich von etwa 25 bis 75 Milligramm.
  • Höhere Mengen sind nichts, was man selbst austestet. Das gehört in eine persönliche Beratung oder ärztliche Begleitung.

Diese Zahlen sind keine Empfehlungen, sondern Orientierungspunkte. Deine Menge kann darunter oder darüber liegen. Was zählt, ist nicht die Zahl, sondern die Wirkung, die du in dir spürst.

Nicht die höchste Dosis wirkt am besten, sondern die richtige für dich. Und die findest du nicht durch Multiplikation, sondern durch Beobachtung.

Leonie Marisch

Wie du mit Konzentration und Tropfen rechnest

Das ist der Punkt, an dem viele in der Beratung den Kopf schütteln, weil es verwirrend wirkt. Ich versuche es so einfach wie möglich.

Auf jedem CBD-Öl steht ein Prozentwert wie 5 Prozent, 10 Prozent, 25 Prozent. Dieser Wert gibt an, wie viel CBD im gesamten Öl enthalten ist. Bei einem 10-prozentigen Öl in einer 10-Milliliter-Flasche sind also etwa 1000 Milligramm CBD insgesamt drin.

Eine 10-Milliliter-Flasche enthält bei den meisten Pipetten ungefähr 200 bis 250 Tropfen. Das heißt, ein Tropfen aus einem 10-prozentigen Öl enthält etwa 4 bis 5 Milligramm CBD. Bei einem 5-prozentigen Öl sind es entsprechend halb so viel, bei einem 25-prozentigen Öl rund das Zweieinhalbfache.

Du musst das nicht auswendig wissen. Auf der Verpackung deines Öls steht meistens die genaue Angabe, oder du findest sie auf dem Etikett oder der Produktseite. Wenn nicht, frag den Hersteller. Wer das nicht angibt, hat aus meiner Sicht ein Transparenz-Problem.

Was du wissen solltest, bevor du anfängst

Und eine Sache, die mir wichtig ist: CBD ist kein Notfall-Mittel. Wenn du gerade eine akute Krise hast, weil du nicht mehr schlafen kannst, weil du starke Schmerzen hast oder weil du psychisch belastet bist, dann ist der erste Schritt nicht "CBD bestellen", sondern Arzt oder Therapeut anrufen. CBD kann ergänzen, aber nicht ersetzen.

Wenn du dir bei deiner Dosis unsicher bist

Ich finde es selbst manchmal überraschend, wie unterschiedlich die richtige Dosis bei meinen Kundinnen und Kunden ausfällt. Genau deshalb biete ich die persönliche Beratung an. Wir schauen gemeinsam: was möchtest du erreichen, was nimmst du sonst, wie reagiert dein Körper auf andere Substanzen. Daraus ergibt sich ein Vorschlag, den du dann mit ein bisschen Geduld testen kannst. Wenn du vorher wissen möchtest, wer hinter PuraMed steht und wie wir arbeiten, findest du das auf unserer Über-uns-Seite.

Auch unsere Themenseiten zu Schlaf, Stress und Schmerzen gehen tiefer in die einzelnen Anwendungsgebiete, falls du dich erst informieren möchtest, bevor du dich meldest.

Was du heute schon tun kannst

Wenn du gerade dabei bist, mit CBD anzufangen oder deine Dosis zu finden, drei kleine Sachen, die dir den Einstieg leichter machen:

  1. Viele nehmen CBD immer zur gleichen Tageszeit. Ein fester Rhythmus macht es leichter zu erkennen, was sich verändert.
  2. Anwender kombinieren die Einnahme oft mit etwas Fett, zum Beispiel einem Stück Käse, einem Löffel Joghurt oder einem Glas Vollmilch. Studien zeigen, dass CBD zusammen mit fettreicher Nahrung besser aufgenommen wird [2].
  3. Führe eine Woche lang ein kleines Tages-Tagebuch. Drei Stichworte am Abend reichen: Schlaf, Stimmung, Stress. Das hilft dir mehr als jede App, weil du wirklich auf dich selbst hörst.

Gib dir Zeit. Geduld ist bei CBD wichtiger als die Dosis. Wer nach drei Tagen aufhört, kann gar nicht beurteilen, ob CBD für ihn etwas verändert. Wer drei bis vier Wochen ruhig dranbleibt, merkt oft mehr, als er erwartet hat.

Pass auf dich auf.

Deine Leonie

  1. Larsen, C., & Shahinas, J. (2020). Dosage, Efficacy and Safety of Cannabidiol Administration in Adults: A Systematic Review of Human Trials. Journal of Clinical Medicine Research, 12(3), 129-141. doi.org/10.14740/jocmr4090
  2. Millar, S. A., Stone, N. L., Yates, A. S., & O'Sullivan, S. E. (2018). A Systematic Review on the Pharmacokinetics of Cannabidiol in Humans. Frontiers in Pharmacology, 9, 1365. doi.org/10.3389/fphar.2018.01365
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